Homophob

Als mein Freund mich fragte, musste ich ihm gestehen: „Ich bin homophob“. Er wollte es genauer wissen. Ich sagte ihm, dass dies nicht die einzige Phobie sei, welche ich mittlerweile habe. „Wieso denn?“, fragte mein Kollege.

Als ich wegen Homophobie verurteilt wurde, musste ich zuerst eine Geldstrafe zahlen, doch dies reichte nicht, weil ich ein zweites Mal verurteilt wurde, wieder wegen Homophobie. Dann musste ich ins Gefängnis. Ich war sehr erleichtert, dass ich ins Gefängnis konnte, musste ich gestehen. Wieso denn das? Ja, ich wusste nie genau, wo überall die Schwulen lauerten und ins Gefängnis zu kommen, war eine Gelegenheit, nie mehr Unbekannte zu treffen. Doch leider war dies ein Irrtum. Selbst ins Gefängnis kommen immer wieder neue Verbrecher, wie ich. Doch diese Verbrecher sind meist uneinsichtig und stehen nicht zu ihrem Verbrechen, doch das war kein Problem. Das größere Problem war, dass diese Menschen schwul sein könnten.

Und wie ging die Geschichte weiter? Ja ich getraute mich, auf Grund meiner Homophobie nicht zu fragen, ob jemand schwul ist, also glaubte ich früher oder später, dass 50% Prozent homophob sind und da auf Dauer die wirklich Schwulen von den Heterosexuellen unterstützt wurden, glaubte ich, dass auch die Heterosexuellen schwul sind.

Ja und dann? Dann entschied ich mich, radikal durchzugreifen, weil meine Homophobie so gross war, doch ich wusste nicht was. Es entwickelten sich weitere Phobien wie Islamophobie oder Patriophobie. Dies alles führte dazu, dass ich alleine sein wollte und alles tat, dass ich dies auch konnte. Mit ihnen rede ich nur, weil sie den Fragebogen ausgefüllt haben und mir gestanden, dass sie in keine meiner Kategorien für Phobien gefallen sind. Wer diesen Fragebogen nicht ausfüllt, den will ich nicht sprechen.

Ja und nun werden sie ja bald entlassen? Das ist mir schon immer wieder passiert, doch ich breche dann einfach in eine Bank ein und zeige mich selbst an, damit ich wieder ins Gefängnis kann, weil ich dort geschützt vor meinen Phobien bin, welche sich unter dessen auf praktisch alle möglichen Themen beziehen. Man überlegt sich auch, mich für immer in eine Zelle einzusperren, damit ich alleine sein kann und vor niemandem Angst haben muss. Dies wäre natürlich für mich äußerst hilfreich, weil meine Phobien sich dann nicht mehr in mir äußern würden. Ach hätte ich nur mehr Mut, dann müsste ich mich nicht fürchten.